Kosten- und Leistungsrechnung für die öffentliche Verwaltung
Promberger Kurt/Pracher Christian (Hrsg.)
Wien, 1991
ISBN 3-7046-0266-3

Abstract

Publikation - Promberger - Pracher - Kosten- und Leistungsrechnung für die öffentliche Verwaltung / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDieses Buch wendet sich in erster Linie an den Verwaltungspraktiker in der Bundes-, Landes- und Gemeindeverwaltung, der angesichts der sich verändernden Rahmenbedingungen mit Problemen konfrontiert ist, die mit den traditionellen Methoden des Verwaltungshandelns nicht mehr zu lösen sind.

Darüber hinaus richtet sich dieses Buch auch an Studierende jener Studienrichtungen, die die öffentliche Verwaltung zum Gegenstand wissenschaftlicher Arbeit und Reflexion haben und aus deren Absolventen sich die zukünftige Verwaltungsführung rekrutieren wird. Nicht zuletzt wird dieses Buch auch den politischen Mandataren - als den obersten Entscheidungsträgern - ans Herz gelegt, die sich in ihren Entscheidungen - vielleicht aus mangelndem betriebswirtschaftlichen Sachwissen - stärker als politischen als an ökonomischen Kalkülen orientieren.

Insbesondere die zunehmende Knappheit der finanziellen und personellen Ressourcen, die politisch akutelle Diskussion um die Privatisierung und Ausgliederung der öffentlichen Aufgabenerfüllung und die damit zusammenhängende Frage nach der Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung, der Wertewandel der Bürger in Richtung mehr staatliche Leistungen zu geringeren Kosten, der zunehmende Druck der Öffentlichkeit nach mehr Transparenz des Verwaltungshandelns und nicht zuletzt die bevorstehende Internationalisierung der öffentlichen Verwaltung erfordern dringend den Einsatz moderner Managementmethoden.

Es ist daher höchste Zeit, das "klassische" Instrument der Unternehmensführung, nämlich die "Kosten- und Leistungsrechnung", auch für die öffentliche Verwaltung nutzbar zu machen. Das soll aber nicht bedeuten, daß die Autoren einer unreflektierten Übernahme erwerbswirtschaftlicher Managementtechniken in die öffentliche Verwaltung das Wort reden.

Die Autoren haben bewußt daruaf verzichtet, ein weiteres Lehrbuch zur Kosten- und Leistungsrechnung zu verfassen, das entweder nur den erwerbswirtschaftlichen Betrieb vor Augen hat oder sich in Allgemeinheiten einer Kosten- und Leistungsrechnung für die öffentliche Verwaltung ergeht, sondern wollen vielmehr dem interessierten Verwaltungspraktiker eine möglichst praxisnahe Anleitung zur Entwicklung und Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung für den eigenen Bereich zur Verfügung stellen.

Die im Buch dargestellte Kosten- und Leistungsrechnung eignet sich für alle Einrichtungen der Hoheits- und Privatwirtschaftsverwaltung, die sich im Haushaltsplan der jeweiligen Gebietskörperschaft (Bundes- und Gemeindeverwaltung) mit ihren Einnahmen und Ausgaben niederschlagen. Das bedeutet also, daß die Haushaltsrechnung der jeweiligen Gebietskörperschaft den Anknüpfungspunkt für den Aufbau der Kosten- und Leistungsrechnung darstellt. Schwerpunktmäßig wir die Kosten- und Leistungsrechnung im System der Haushaltsverrechnung des Bundes erläutert. Sofern sich die Länder und Gemeinden an diesem System orientieren, ist die dargestellte Kosten- und Leistungsrechnung analog einsetzbar.

Das Gebiet der Kosten- und Leistungsrechnung in der öffentlichen Verwaltung wird von drei Autoren in sechs Kapiteln behandelt. Die einzelnen Kapitel sind in sich geschlossen und können je nach Wissensstand des Lesers in beliebiger Reihenfolge erarbeitet werden. Zur besseren und leichteren Verständlichkeit werden gewisse Redundanzen bewußt in Kauf genommen.

Das Kapitel 1 "Grundzüge der Kosten- und Leistungsrechnung für die öffentliche Verwaltung" führt in das Sachthema ein, indem es den Anwendungsbereich und den Adressatenkreis der Kosten- und Leistungsrechnung in der öffentlichen Verwaltung aufzeigt, die Kernbegriffe "Kosten" und "Leistungen" definiert, die Unterschiede zwischen Haushaltsrechnung (Kameralistik) und Kosten- und Leistungsrechnung vor Augen führt und den rechnerischen Aufbau der Kosten- und Leistungsrechnung demonstriert. Den Abschluß dieses Kapitels bilden zwei aus der Verwaltungspraxis stammende Fallbeispiele, an Hand derer die Funktionsweise der Kosten- und Leistungsrechnung im Detail gezeigt wird.

Mit dem neuen Bundeshaushaltsgesetz hat der Gesetzgeber die rechtlichen Voraussetzungen für die Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung in allen Bereichen der Bundesverwaltung (Hoheits- und Privatwirtschaftsverwaltung) geschaffen. Kapitel 2 zeigt konkret, wie die Kosten- und Leistungsrechnung im System der automatisierten Haushaltsverrechnung des Bundes durchgeführt werden kann.

Kapitel 3 "Auswertung der Kosten- und Leistungsrechnung" beschreibt, wie die Ergebnisse der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung für Wirtschaftlichkeitsvergleiche, Kostenanalysen, Kennzahlenberechnungen verwendet werden können. Darüber hinaus wird gezeigt, welche Größen die Kotsen der öffentlichen Verwaltung beeinflussen und welche Anforderungne ein zielgruppenorientiertes Berichtswesen erfüllen muß.

In Kapitel 4 wird eine besondere Form der Kostenträgerrechnung dargelegt, nämlich die Berechnung der Vollzugskosten von Rechtsnormen, also jener kosten, die durch den Vollzug von Rechtsnormen durch die öffentliche Verwaltung verursacht werden. Eine am Wirtschaftlichkeitsprinzip orientierte Verwaltungsführung benötigt Informationen über die kostenmäßigen Konsequenzen der in Rechtsnormen gekleideten Leistungsprogramme. An Hand eines konkreten Beispiels wird die Vorgangsweise bei der Ermittlung der Vollzugskosten im Detail geschildert.

In Kapitel 5 "Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung in die öffentliche Verwaltung" werden die konkreten Schritte, die bei der Planung und Implementierung einer Kosten- und Leistungsrechnung in einer Verwaltungseinheit zu berücksichtigen sind, dargestellt.

Kapitel 6 "Ansätze der Kosten- und Leistungsrechnung in der öffentlichen Verwaltung" gibt in tabellarischer Form einen Überblick über konkrete Versuche von Kosten- und Leistungsrechnungen in Bereichen der österreichischen Bundesverwaltung. Zum besseren Vergleich werden die verschiedenen Ansätze synoptisch nach Problemgebieten ("Kostenbegriff", "kalkulatorische Kosten" usw.) gegliedert. Die Auswahl der Ansätze erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern stellt lediglich eine Auswahl unterschiedlich weit entwickelten Kosten- und Leistungsrechnungen dar.

Im anschließenden Glossar werden lexikalisch die wichtigsten Begriffe der Kosten- und Leistungsrechnung zur rascheren Orientierung beschrieben.

Das abschließende Literaturverzeichnis nennt neben der im Buch verwendeten Literatur einschlägige Werke zur Weiterführung und Vertiefung.

Um dem Verwaltungspraktiker die Orientierung an den der Kosten- und Leistungsrechnung zugrunde liegenden Gesetzes- bzw. Verordnungstexten zu erleichtern, werden im Anhang die relevanten Gesetzes- bzw. Verordnungsstellen wiedergegeben.
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