TOGAF - strategische Ausrichtung von Informationssystemarchitekturen

Beratungsfeld Information und Technologie
IT-Investitionen spielen im E-Government Zeitalter eine immer wichtiger werdende Rolle. Vielfach müssen neue Anforderungen an Informationssysteme innerhalb von kurzer Zeit realisiert werden. Dabei kann die strategische Ausrichtung der IT-Investitionen auf der Strecke bleiben, was häufig zu einer Diskrepanz zwischen angestrebter IT-Strategie und realisierter IT-Architektur führt.

In einem Forschungsprojekt des Lehr- und Forschungsbereiches für Verwaltungsmanagement,
E-Government & Public Governance der Universität Innsbruck wurde mit Hilfe des TOGAF-Vorgehensmodells untersucht, inwieweit  die IT-Architektur einer größeren öffentlichen Verwaltung mit der formulierten IT-Strategie übereinstimmt.


TOGAF-Vorgehensmodell
Das für TOGAF-Projekte entwickelte Vorgehensmodell gliedert sich in vier Phasen, die von einer begleitenden Phase unterstützt werden, die dazu dient, die Information in TOGAF zu überführen (siehe Abbildung 1). Die erste Phase befasst sich mit der Initiierung des Projekts. Sie umfasst die Festlegung der Projektorganisation, die Definition der Projektziele und die Klärung der Verantwortlichkeiten. In der zweiten Phase wird die vorhandene Dokumentation der IT-Architektur analysiert und das TOGAF Grundmodell auf die Rahmenbedingungen des Untersuchungsobjekts angepasst. Anschließend (Phase 3) werden die vorhandenen Dokumentationen durch Interviews validiert und ergänzt.

Institut für Verwaltungsmanagement GmbH / Vorgehensmodell TOGAF - strategische Ausrichtung von Informationssystemarchitekturen / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Abbildung 1: Vorgehensmodell Evaluierung IT-Strategie (eigene Darstellung)


Die gewonnenen Informationen werden in das adaptierte TOGAF (siehe Abbildung 2) übernommen. Dabei werden sowohl strategische Aspekte (Architekturprinzipien, -vision- und -anforderungen) als auch in der Praxis gelebte Elemente (bezüglich der Organisation, der Informationssysteme und der verwendeten Technologie) aufgenommen. Ebenfalls in TOGAF abgebildet werden für die Implementierung/Weiterentwicklung der IT-Architektur wichtige Standards, Richtlinien, Spezifikationen etc.

Institut für Verwaltungsmanagement GmbH / Abbildung 2: Adaptiertes TOGAF vgl. TOGAF Content Metamodel 2012: online / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Abbildung 2: Adaptiertes TOGAF (vgl. TOGAF Content Metamodel 2012: online)

Das Ergebnis stellt in Phase 4 (siehe Abbildung 1) eine Evaluation der Ausrichtung der IT-Architektur an der IT-Strategie dar. Dabei wird das Enddokument bezüglich bestehender Abweichungen zwischen verfolgter IT-Strategie und gelebter IT-Architektur, sogenannter Gaps, analysiert und Maßnahmen werden zur weiteren Vorgehensweise empfohlen. Diese werden in einem Endbericht verschriftlicht und der Organisation bei der Endpräsentation und -besprechung übergeben.

In einem weiteren Schritt kann dann ein gemeinsamer Maßnahmenplan zur Erreichung der Strategie definiert und schrittweise umgesetzt werden.


Nutzen von TOGAF

TOGAF bietet öffentlichen Verwaltungen sowohl kurz- als auch langfristig erhebliche Nutzenvorteile. Zu diesen Nutzenvorteilen zählen folgende:

Transparenz von komplexen IT-Landschaften:
Komplexe Landschaften werden durch die Bestandsaufnahme der IT-Architektur in einem einheitlich gestalteten Rahmenwerk transparent dargestellt, wodurch Zusammenhänge zwischen einzelnen Komponenten bzw. auftretende Redundanzen schneller erkannt werden können. TOGAF schafft die Voraussetzungen für eine einfachere und schnellere Kosten-Nutzen-Betrachtung.

Ganzheitlicher Ansatz:
Durch die Berücksichtigung weitestgehend aller (wichtigen) Einflussfaktoren wird ein ganzheitlicher Ansatz gewährleistet. Dabei werden verschiedene Verwaltungsbereiche, Systeme und Prozesse beschrieben und untereinander in Beziehung gesetzt. Dies ermöglicht, dass für die Gestaltung der IT-Landschaft ein strategischer, konzeptioneller und organisatorischer Rahmen geschaffen wird, in welchem die IT Handlungsmöglichkeiten hat. Langfristig ermöglicht TOGAF das Erkennen von Synergiepotentialen und erhöht damit die Flexibilität, um auf sich ändernde Bedingungen reagieren zu können.

Aktiver Beitrag zur Gestaltung und Umsetzung der strategischen Ziele
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Durch die Verwendung von Standard-Funktionalitäten wird eine wesentlich höhere Agilität und Anpassungsfähigkeit sowohl der System-Landschaft als auch der IT-Organisation erzielt. Durch TOGAF wird eine transparente Basis für IT-Entscheidungen geschaffen und eine gemeinsame Sprache in der Organisation verankert. So lassen sich IT-Entscheidungen gegenüber Fachabteilungen leichter argumentieren und willkürliches Agieren wird eingeschränkt.

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